Einteilung gebietsfremder Pflanzen nach der Einwanderungsweise

von Herbert Sukopp (Institut für Ökologie der Technischen Universität Berlin) und Christian Schneider (St. Jean de Gonville, Frankreich)

Als gebietsfremde Pflanzen werden Pflanzen bezeichnet, die unter direkter oder indirekter Mitwirkung des Menschen in ein Gebiet gelangen, in dem sie natürlicherweise nicht vorkommen. Diese Pflanzen werden wissenschaftlich Adventivpflanzen genannt. Die heutige Flora und Vegetation Mitteleuropas sind das Ergebnis eines langen Entwicklungsprozesses aus natürlichen Vorgängen und menschlicher Einflussnahme. Der Mensch führt aus anderen Gegenden zahlreiche neue Arten ein, die sich im Ankunftsgebiet etablieren können, beschleunigt die Bildung neuer Varietäten oder Formen oder verursacht den Rückgang und das Aussterben von Sippen.
Erst im 19. Jahrhundert haben Wissenschaftler angefangen, sich mit dem Thema der Adventivfloristik zu beschäftigen. Seitdem sind verschiedene Gliederungen der Adventivpflanzen aufgestellt worden. Die wichtigsten Einteilungsprinzipien sind der Einbürgerungsgrad (Grad der Ansiedlung in naturferner, naturnaher oder natürlicher Vegetation), die Einwanderungszeit (Archäophyten oder Neophyten, die vor bzw. nach der Entdeckung Amerikas unter dem Einfluss des Menschen nach Mitteleuropa gelangten) und die Einwanderungsweise. Bei der Einwanderungsweise sind grundsätzlich zwei Fälle zu unterscheiden: (1) vom Menschen absichtlich eingeführte Arten (z. B. Kulturpflanzen, Forstgehölze, Zierpflanzen, Arzneipflanzen) und (2) unabsichtlich eingeschleppte Arten (z. B. als Verunreinigungen von Saatgut, Getreide und Wolle oder mit Verpackungsmaterial). Im Einzelnen werden Adventivpflanzen folgendermaßen unterteilt:

  1. Eingeschleppte Unkräuter der Äcker und Gärten. Diese stellen die älteste Gruppe der Adventivpflanzen Mitteleuropas dar. Manche Arten stammen, wie die Wildformen unserer Getreidearten und der Getreideanbau überhaupt, aus den Steppen und Halbwüsten Vorderasiens, andere aus dem Mittelmeergebiet. Diese Gruppe schließt sowohl Archäophyten als auch zahlreiche Neophyten ein. Beispiele dafür sind der Schwarze Nachtschatten (Solanum nigrum) und die Mäuse-Gerste (Hordeum murinum).
  2. Unkräuter aus Getreideimporten. Dies sind Pflanzen, die als Verunreinigungen mit Importen von Kulturgetreide aus dem Ausland eingeschleppt wurden. Sie wachsen überwiegend auf Güterbahnhöfen und in der Nähe von Getreidespeichern, Mühlen und Brauereien. Ein Beispiel für diese Gruppe ist das nordamerikanische Spitzkletten-Rispenkraut (Iva xanthiifolia), das mit Getreidetransporten nach 1945 in großem Umfang nach Mitteleuropa gelangte. Eine andere Art, der Sievers-Beifuß (Artemisia sieversiana) ist ein häufiger Begleiter der Weizenimporte aus den Neulandgebieten der ehemaligen Sowjetunion.
  3. Pflanzen im Saatgut von Futterpflanzen (vor allem Leguminosen). Diese Pflanzen werden mit importiertem Saatgut, z. B. von Rotklee, überwiegend aus Süd- und Osteuropa sowie aus Nordamerika eingeschleppt. Einige dieser
    Ambrosia artemisiifolia

    Beifußblättriges Traubenkraut © Ulrich Sukopp

    eingeschleppten Arten haben sich dauerhaft in Mitteleuropa eingebürgert. Ein Beispiel ist der Spreiz-Klee (Trifolium patens), der in Süd- und Südosteuropa beheimatet ist. Mit Saatgut von Futterpflanzen gelangte das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) aus Nordamerika nach Europa. Die Pflanze kann beim Menschen heftige Allergien auslösen.

  4. Zierpflanzen und andere Nutzpflanzen. Sie gelten heute als die artenreichste Gruppe der Adventivpflanzen. Weiterhin wurden viele Pflanzen absichtlich
    Helianthus tuberosus

    Topinambur © Ulrich Sukopp

    als Arzneipflanzen, Gemüse- und Obstpflanzen, Bienenweide oder Forstgehölze eingeführt. Die meisten Zierpflanzen wurden während der Renaissance sowie im Eklektizismus eingeführt. Verschiedene Stile der Garten-Parkgestaltung spielten eine große Rolle bei der Einführung dieser Pflanzen. Beispiele dieser Pflanzen sind die Robinie (Robinia pseudoacacia) und der Götterbaum (Ailanthus altissima) (beide verwendet als Zierpflanzen, Bienenweide undForstpflanzen), die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) (Arzneipflanze) und der Topinambur (Helianthus tuberosus) (Gemüsepflanze).

  5. Begleiter von Rasensaatgut. Pflanzen, die als Saat gebietsfremder Gräser oder als Verunreinigungen darin in ein Gebiet gelangt sind, werden Grassamenankömmlinge genannt. Auf diesem Weg kamen nach Mitteleuropa beispielsweise der Raue Sonnenhut (Rudbeckia hirta), eine Pflanze aus Nordamerika, und das Kastilische Straußgras (Agrostis castellana) aus dem Mittelmeerraum.
  6. Containerpflanzen. Dies sind Pflanzen, die mit gezüchteten Gehölzen und Stauden in Töpfen über weite Strecken transportiert werden. Einige Beispiele dafür sind in Deutschland das Behaarte Schaumkraut (Cardamine hirsuta) und die Zwergwolfsmilcharten Chamaesyce humifusa und Ch. maculata, die auf zentraleuropäische Friedhöfe gelangten und sich dort auf den Kieswegen dauerhaft ansiedeln konnten.
  7. Vogelfutterpflanzen. Die Samen dieser Pflanzen werden als Futter für Stubenvögel sowie als Unkräuter darin (Vogelfutterbegleiter) eingeführt. Sie wachsen in der Nähe menschlicher Siedlungen (z. B. bei Futterhäuschen) sowie auf Müllplätzen. Allein in Berlin wurden 60 von diesen Arten nachgewiesen. Als Vogelfutter dienen beispielsweise Hirsen (Panicum- und Setaria-Arten), Kanariengras (Phalaris canariensis), Hafer (Avena-Arten), Hanf (Cannabis sativa), Schlaf-Mohn (Papaver somniferum), Rübsen (Brassica rapa), Lein (Linum usitatissimum), Sonnenblume (Helianthus-Arten) und Salat (Lactuca sativa).
  8. Weitere Gruppen. Weitere Arten wurden mit dem Frostschutzpackmaterial von Südfrüchten eingeschleppt (mehr als 800 in Deutschland), durch den Transport von Wolle (mehr als 1.600 Arten in Europa), als Ölfruchtbegleiter sowie als Transportbegleiter von Holz und Schiffsballast.
    Schmalblättriges Greiskraut

    Schmalblättriges Greiskraut © Ulrich Sukopp

    Fast keine dieser Arten vermochte aber zu einem dauerhaften Bestandteil der Flora und Vegetation Mitteleuropas zu werden. Das Schmalblättrige Greiskraut (Senecio inaequidens) wurde beispielweise aus Südafrika durch den Transport von Wolle eingeschleppt.

 

Literatur

Sukopp, H. & Schneider, C. 2014. Notizen zur Gliederung und Unterscheidung von Adventivpflanzen. Verh. Bot. Ver. Berlin Brandenburg 147: 5-12.

 

To be cited as:

Sukopp, H. & Schneider, C. (2016): Einteilung gebietsfremder Pflanzen nach der Einwanderungsweise. Available from: BIO-Diverse_Blog, http://blog.bio-diverse.de/?p=929

 

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Orticoltura sostenibile in Sardegna: l’esempio di Sassari nel passato

Parte I (storia, preparazione del terreno, concimi e semina)

Salvatore Sanna, Luciana Zedda

Introduzione

Negli ultimi anni si è assistito a un interesse crescente verso forme di agricoltura ecocompatibile, inclusa l’agricoltura biologica, con lo scopo principale di preservare le risorse ambientali nei processi di produzione agricola e agroalimentare, di salvaguardare la diversità biologica e di garantire vantaggi economici e standard di vita accettabili per gli agricoltori. Tali forme di agricoltura vanno a vantaggio non solo degli agricoltori ma anche dell’intera società che trae profitto sia dalla disponibilità di alimenti più sani che da un miglioramento della qualità ambientale.

Le nuove generazioni sono distanti dagli ambienti rurali, conoscono per lo più solo l’agricoltura intensiva e hanno nozioni limitate sull’agrodiversità e sulle tecniche rispettose delle risorse ambientali, molte delle quali in realtà erano già conosciute in passato dai nostri nonni. Pochi sono coscienti del fatto che l’agricoltura intensiva comporta l’uso di sostanze tossiche (fitofarmaci, pesticidi, ormoni) dannose per molti organismi, compreso l’uomo, influenza negativamente il nostro clima e che causa danni spesso irreversibili al suolo e alle falde acquifere. Ma come coltivavano i nostri antenati la terra? Perché non imparare da loro e ritornare alle origini? Molti giovani non sanno più che fino a soli 50-55 anni fa e per molti secoli, l’agricoltura si svolgeva nel rispetto dell’ambiente. Ecco qui un esempio relativo alla città di Sassari.

Gli orti di Sassari nei secoli

L’economia rurale della Sardegna è stata caratterizzata nel corso dei millenni dalla pastorizia e dalla coltivazione di cereali e delle vigne. A differenza di questa, la città di Sassari è sempre stata ricca di orti, grazie ai suoi terreni fertili e alle abbondati falde acquifere, sorgenti e canali. Secondo il linguista Dedola (1), il lemma Ṣàṣṣari conterrebbe la base sumera sar, che significa “giardino, orto” o “rete di orti”. Pare che già dall’epoca sumerica (ca. 2800 a.C.) la zona di Sassari fosse conosciuta come un bacino di produzioni orticole. Lo storico Manconi indicò in diversi incontri sulla storia della città i Genovesi, e in particolare i Doria, come promotori di un’orticoltura “moderna” a Sassari. MOrto_03a le prime informazioni scritte sugli orti di Sassari si hanno solo a partire dal 1300 circa, come indica lo storico archivista Cau (2). Dal 1300 in poi, la città viene descritta da diversi autori come ricca di fonti di acqua e caratterizzata da una fiorente orticoltura e da attività di mulini. Sassari raggiunge il suo massimo splendore alla fine del 1500. Nel corso dei secoli, le tecniche di coltivazione e d’irrigazione sono rimaste pressoché invariate, almeno fino ai primi del 1900 quando si inizia ad utilizzare tecniche più moderne e ad esportare i prodotti verso la penisola.

Degrado e ultime testimonianze degli orti di un tempo

Ormai l’orticoltura è limitata a pochissime aree periferiche di Sassari e all’interland (p.es. agro di Sorso). Le aree dove prima sorgevano fiorenti orti sono state abbandonate o destinate alla cementificazione e asfaltizzazione a partire dagli anni 70, in seguito al boom economico del dopo guerra e alla crescente globalizzazione dei mercati agricoli. Attualmente rimangono poche testimonianze viventi di famiglie che ancora svolgono questo mestiere o di persone che hanno lavorato negli orti in passato. Il primo autore di questo articolo, Salvatore Sanna, lavorò negli anni ’50 e ’60, da bambino e ragazzo, con suo padre Vittorio nell’orto di famiglia. A quei tempi i bambini di Sassari, dai 7 anni in poi, aiutavano le famiglie negli orti, soprattutto durante le vacanze estive. Il loro compito era quello di nell’eliminare le piante infestanti, in sassarese “disanare” i semenzai. Anche i figli di ortolani provenienti da famiglie molto ricche erano soliti lavorare negli orti.

Alla base della coltivazione degli orti c’è sempre stata una programmazione annuale dei raccolti per permettere all’ortolano di avere un reddito continuo per tutti i mesi dell’anno. Le decisioni sulle colture da seminare erano legate in prima linea alle stagioni e alle condizioni metereologiche. Si ipotizzava per esempio che ad una annata piovosa sarebbe succeduta molto probabilmente una meno piovosa, da qui la decisione di coltivare verdure che richiedevano meno acqua, soprattutto per quelle da raccogliere in estate, la cui semina e messa a dimora delle piantine avveniva durante le secche di gennaio e febbraio. Oltre al clima, erano tenute in grande considerazione anche le previsioni di una minuscola pubblicazione, tuttora edita periodicamente, l’Almanacco Universale del Gran Pescatore di Chiaravalle (3), pubblicato ogni anno a Genova e utilizzato da moltissimi anni in Sardegna. A Sassari questo libro era denominato Ciaraballu e forniva consigli sui periodi di semina e di raccolta basati sulle fasi lunari. In genere si programmavano due raccolti annuali in rotazione, uno invernale, da ottobre fino alle secche di gennaio, l’altro estivo dalla seconda metà di aprile fino all’estate.

Preparazione del terreno, concimazione e semina

Prima di iniziare le semine, si liberava il terreno da coltivare dal fogliame e dai residui di coltivazioni precedenti, procedendo in modo diverso per le colture da raccogliere in inverno e per quelle estive. Per preparare il terreno a gennaio si eseguivano due arature di cavallo. Dopo la prima aratura si dava il concime di fondo, che fino a quasi alla fine degli anni 50 era costituito da rifiuti urbani, prevalentemente reOrto_01sidui di alimenti, carta, scarti di laboratori artigiani come segature di legno, trucioli, oppure residui di calzoleria e di macellazione del bestiame. Anche l’acqua di fogna della città era utilizzata da sempre per innaffiare gli orti di Sassari, almeno fino al 1973, quando con l’arrivo a Napoli del colera, ne fu vietato l’uso dal comune. A partire dai primi anni ’60 questa concimazione naturale fu sostituita da quella con concimi chimici. Proprio negli anni ’50-‘60 si iniziò a modernizzare l’agricoltura isolana, adottando le tecniche sperimentate e introdotte nei decenni precedenti dall’ing. Francesco Sisini, un imprenditore sardo che rivoluzionò il mondo agricolo (4). Gli agricoltori inizarono inoltre a seguire corsi serali di aggiornamento. Negli anni ’50 venne anche istituita la facoltà di Agraria presso l’Università di Sassari per una rinascita economica e sociale del mondo agro-pastorale. I concimi chimici utilizzati erano principalmente l’urea, per tutti gli ortaggi da foglia, come bietole e insalate varie, e i concimi complessi a base di potassio e azoto per le altre coltivazioni. Queste concimazioni di fondo si effettuavano d’inverno per disperdere meglio il concime nel terreno grazie alle piogge, ed erano sufficienti per tutto l’anno. La preparazione del terreno per le coltivazioni estive di inizio giugno avveniva con una aratura, dopo aver irrigato adeguatamente il terreno nei giorni precedenti. Si procedeva quindi con la solcatura e la semina o piantagione.

La semina degli ortaggi avveniva tutto l’anno e si differenziavano semenzai utilizzati per produrre le piantine da trapianto e semenzai destinati alla produzione di ortaggi per la vendita. La semina seguiva un rituale tutto particolare. Il letto di semina era preparato meticolosamente e zappato in genere a mano. Dopo esser stato innaffiato con molta acqua per almeno 3 – 5 giorni, l’acqua si lasciava decantare per 2 giorni. Successivamente si procedeva a una zappatura fitta per ridurre le dimensioni delle zolle di terreno.

In seguito alla zappatura, nella preparazione invernale dei terreni, si attuava la concimazione di pre-impianto, non con concimi chimici ma con il compost di produzione propria, formato dai rifiuti organici dell’orto stesso (tronchi di carciofi e cavoli, fogliami vari ecc.). A volte si integrava questo concime fatto in casa con lo stallatico di cavallo, utilizzato non fresco, ma dopo almeno 2 anni di maturazione. Dopo la concimazione avveniva nelle aiuole la rastrellatura profonda del terreno allo scopo di mescolare il concime con il terreno. Infine avveniva la semina, operazione molto delicata e di perfezione, che in genere conduceva il titolare dell’orto oppure un bracciante anziano di cui l’ortolano si fidava, e in cui si misurava in maniera minuziosa la distanza tra le future piantine. Dopo la semina i semi venivano sotterrati immediatamente tramite zappatura per evitare che uccelli o altri animali li mangiassero. I semenzai erano anche protetti da spalliere contro il vento e la grandine. La semina delle verdure da vendere avveniva in solchi e la concimazione era meno accurata.

Nella seconda parte di quest’articolo, che sarà pubblicata a breve, tratteremo i seguenti argomenti: produzioni di sementi, tipi di colture e varietà, progetto “Orti di Sassari”.

Riferimenti bibliografici

(1) Dedola, S. 2012. Lingua Sarda. www.linguasarda.com/htm/linguista/sassari_citta_dorti.html
(2) Cau, P. 2012. Gli Antichi Orti a Sassari. Video: http://www.sassari.tv/frontend/tv/video.aspx?idFile=32723&idcat=&page=%page%
(3) L’Almanacco Universale del Gran Pescatore di Chiaravalle. Casa Editrice Editoriale Chiaravalle. Periodico, pubblicato per diverse regioni. http://www.almanaccodichiaravalle.it
(4) Zichi, G. 2013. Sisini. Imprenditori di Sardegna. Edizioni Fiesta.

 

To be cited as:

Sanna, S. & Zedda, L. (2014): Orticoltura sostenibile in Sardegna: l’esempio di Sassari nel passato. Parte I (storia, preparazione del terreno, concimi e semina). Available from: BIO-Diverse_Blog, http://blog.bio-diverse.de/?p=879

 

 

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Diplotaxis tenuifolia L., die Wilde Rucola aus dem Mittelmeerraum: ein gesundes, in Deutschland eingebürgertes Würzkraut

Die Wilde Rucola, auch Schmalblättriger Doppelsame genannt, ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet stammt. In Deutschland ist sie seit dem 18 Jahrhundert eingebürgert (Neophyt) und heutzutage weit verbreitet, spontan oder angeDiplotaxis tenuifolia_02baut als Gewürzpflanze. In der Verbreitungskarte des online Projektes FloraWeb ist eine deutliche Zunahme in der Verbreitung seit 1980 zu beobachten. Inzwischen hat die Art sich auch in vielen anderen europäischen Ländern, sowie in USA, Kanada, Zentralasien und Australien ausgebreitet. Dort kam sie mit den Menschen, durch  Saatgutkontamination oder als Zierpflanzen.

Die Wilde Rucola ist eine immergrüne Pflanze, die im Sommer blüht, und mit ihren gelben Blüten rurale Landschaften und Straßenränder prägt, v.a. im Mittelmeeraum. Die Blüten sind nektarreich und werden von verschiedenen Bestäubern besucht (v.a. Schwebfliegen und Bienen). Die Art verbreitet sich durch zahlreiche Samen, kann aber auch mit Fragmenten der Pfahlwurzel vermehrt werden. D. tenuifolia ist eine Lichtpflanze, die als Pionierpflanze an Wegrändern, auf Ruderalstellen, Brachen, Unkrautfluren oder in Gärten vorkommt. Sie bevorzugt kalk- trockene und stickstoffreiche bis mäßig stickstoffreiche Standorte.

Die Blätter rieDiplotaxis tenuifolia_01chen sehr intensiv und sind würzig, vor allem die jüngsten Blätter schmecken pikant und sind deutlich schärfer als die gezüchtete Rucola (Eruca sativa L.). Sie wird als Gewürz und Salat, vor allem in Kombination mit Tomaten, verwendet. Um Blähungen zu vermeiden sollte sie allerdings nur in kleinen Mengen verspeist werden.

Ihre medizinischen Wirkungen waren schon den Römern bekannt. In der Naturmedizin verwendet man sie v.a. für ihre entzündungshemmende, Diurese fördernde und lindernde Wirkungen. Sie enthält mehrere gesundheitsfördernde und antioxidative Pflanzenstoffe wie Vitamic C, Carotinoide, Polyphenole und Glucosinolate (Senfölglycoside) sowie viele Mineralien. Die Glucosinolate tragen zum scharfen Geschmack bei. Pflanzenextrakte aus der Wilden Rucola weisen Zytotoxizität und antigenotoxischen Wirkungen auf und stärken das Immunsystem, wobei die Konzentration dieser Stoffe stark von den Anbau- und Lagerungsbedingungen abhängig ist.

Literatur

  • Bozokalfa, M.K., Yagmur, B., Ilbi, H., Esiyok, D., Kavak, S. 2009. Genetic variability for mineral concentration of Eruca sativa L. and Diplotaxis tenuifolia L. accessions. Crop Breeding and Applied Biotechnology 9: 372-381. http://www.sbmp.org.br/cbab/siscbab/uploads/bd533030-7261-3530.pdf.
  • Durazzo, A., Azzini, E., Lazzè, M.C., Raguzini, A., Pizzala, R., Maiani, G,. 2013. Italian Wild Rocket [Diplotaxis tenuifolia (L.) DC.]: Influence of Agricultural Practices on Antioxidant Molecules and on Cytotoxicity and Antiproliferative Effects. Agriculture 3: 285-298. doi:10.3390/agriculture3020285
  • Jin, J., Koroleva, O.A., Gibson, T., Swanston, J., Magan, J., Zhang, Y., Rowland, I.R., Wagstaff, C. 2009. Analysis of phytochemical composition and chemoprotective capacity of rocket (Eruca sativa and Diplotaxis tenuifolia) leafy salad following cultivation in different environments. Journal of Agricultural and Food Chemistry 57(12):5227-34. DOI: 10.1021/jf9002973

Weitere Informationen:

  • FloraWeb: www.floraweb.de
  • EOL: http://eol.org/pages/487913/overview
  • Bayern Flora: http://www.bayernflora.de/de/info_pflanzen.php?taxnr=1978
  • EOL, Edible Catalan Plants: http://eol.org/collections/95537
  • Department of Agriculture and Food, Western Australia (DAFWA) http://archive.agric.wa.gov.au/PC_93097.html?s=0
  • USDA http://plants.usda.gov/core/profile?symbol=DITE4
  • Finland, Kasviatlas http://koivu.luomus.fi/kasviatlas/maps.php?taxon=41203

 

To be cited as:
Zedda, L. (2014): Diplotaxis tenuifolia L., die Wilde Rucola aus dem Mittelmeerraum: ein gesundes, in Deutschland eingebürgertes Würzkraut. Available from: BIO-Diverse_Blog, http://blog.bio-diverse.de/?p=844

 

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„Auf der Mauer auf der Lauer…“: sind Steine, Ziegel, Pflaster wirklich unbewohnt/ unlebendig?

Auf Bauwerken (z.B. Hauswänden, Trockenmauern, Wegen usw.) wachsen verschiedene Lebewesen, die meist leicht übersehen werden: Cyanobakterien, Grünalgen, Flechten, Moose und andere kleine Pflanzen. Sie besiedeln diese Oberflächen meist schnell in einer charakteristischen Abfolge und sind dabei wahre Überlebenskünstler.

ZiegelmauerLaga_Mauer_02Denn bei diesen Lebensräumen handelt es sich um extreme Standorte, die bei Sonneneinwirkung schnell austrocknen, großen Temperaturschwankungen sowie Wind und Regen direkt ausgesetzt sind.
Die dort wachsenden Lebewesen haben die erstaunlichsten Strategien entwickelt, um an diesen Orten bestehen zu können. Sie sind entweder Kletterakrobaten, Wasser-speicher- oder Austrocknungsspezialisten oder wenden bestimmte Tricks bei ihrer Samenverbreitung an. Sobald eine gewisse Vielfalt an Algen, Pilzen und Pflanzen da ist, sind auch immer mehr Tiere anzutreffen, die hier ihr Futter finden. Je mehr Ritzen und Löcher unterschiedlicher Größe in den Baumaterialien sind, umso besser bieten sie

Mauerraute2Efeu2Tieren, z.B. kleinen Insekten, Eidechsen bis hin zu Vögeln und Säugetieren Nist- möglichkeit oder Unterschlupf, sei es als Versteck, Rückzugsort in der Mittagssonne oder zur Überwinterung.

Unsere Zivilisation wird sowohl in den Innenstädten als auch auf dem Land von Bauwerken bestimmt. Es lohnt sich auch bei diesen wenig beachteten Lebensräumen genauer hinzuschauen und sich von ihrer Vielfalt überraschen zu lassen. Kinder und Jugendliche können schnell mit ganz einfachen Untersuchungsmethoden erkennen, ob es sich um einen alten Standort handelt und ob dieser viele Nischen für die Lebewesen bereithält.

 

To be cited as:
Nöske, N. & Zedda, L. (2014): „Auf der Mauer auf der Lauer…“: sind Steine, Ziegel, Pflaster wirklich unbewohnt/unlebendig? Available from: BIO-Diverse_Blog, http://blog.bio-diverse.de/?p=796


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Lebensraum Baum: welche Lebewesen sind von Bäumen abhängig? Ihre Vielfalt entdecken

Bäume sind wichtig nicht nur für uns Menschen, z.B. für Nahrung, Stoffe für Kleidung und Medikamente, als Baumaterial (Holz) und zur Energieerzeugung, sondern auch für viele andere Lebewesen, welche von und mit ihnen leben.

Neben Tieren (Vögel, Insekten usw.) ist es auch interessant die Vielfalt anderer weniger bekannter Lebewesen, die auf Bäumen wachsen, zu entdecken, wie Algen, Cyanobakterien, Moose, Flechten und Pilze. Welche Bedeutung hat der Baum für die einzelnen Lebewesen und sie für ihn? Dabei ist Baum nicht gleich Baum, denn abhängig davon, um was für einen Baum es sich handelt und wo dieser wächst, bietet er unterschiedlichen Lebensraum und es kommen unterschiedliche Lebewesen auf dem Baum vor.

Bäume findet man an verschiedenen Orten in der Stadt und in der Umgebung (Wald, Streuobstwiesen, Alleen, Gärten usw.) und diese können mit einfachen Mitteln auch bereits von kleinen Kindern untersucht werden.

Baum_Biodiversität_2 Baum_Biodiversität

 

To be cited as:
Zedda, L. & Nöske, N. (2014): Lebensraum Baum: welche Lebewesen sind von Bäumen abhängig? Ihre Vielfalt entdecken. Available from: BIO-Diverse_Blog, http://blog.bio-diverse.de/?p=777

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Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) – Entstehung, Verlauf und Zukunftsperspektiven

Die Vereinten Nationen haben 2005-2014 die UN-Dekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen. Ziel ist, das Wissen um nachhaltige Entwicklung mit Hilfe des Bildungssektors auf globaler Ebene zu fördern. Die Dekade geht dieses Jahr zu Ende, es gibt aber Bestrebungen die Grundlagen, die gelegt wurden, weiter zu verfolgen.

Zur Entstehung
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) hat zum Ziel, über Bildungsmaßnahmen eine nachhaltige Entwicklung durch Gestaltungskompetenz zu erreichen. Unter nachhaltiger Entwicklung wird der schonende Umgang mit der Natur (z. B. auch mit Hinblick auf Erhaltung und Schutz der Biologischen Vielfalt), bei gleichzeitiger Förderung der Leistungsfähigkeit und Sicherung der Wirtschaft sowie Gewährleistung von Frieden und Generationengerechtigkeit verstanden. Mit der Agenda 21, verabschiedet auf der UNCED, der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992, wurde erstmals eine Neuausrichtung der Bildung auf nachhaltige Entwicklung gefordert, um zeitnah ein Umwelt- und Entwicklungsbewusstsein überall auf der Welt und in allen gesellschaftlichen Bereichen zu erreichen.

Die Vereinten Nationen vereinbarten schließlich 2002 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg eine gesamte Dekade der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu widmen (UN-Dekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ 2005-2014), um den Leitgedanken der Nachhaltigkeit in den Bildungssystemen der verschiedenen Staaten und über alle Altersstufen zu verankern. Ziel ist, in diesem Zeitraum, nachhaltiges Denken und Handeln zu fördern und das Bewusstsein dafür zu wecken, dass das Handeln jedes einzelnen, auch Auswirkungen auf das Leben zukünftiger Generationen und Menschen in anderen Regionen der Welt hat.
Die UNESCO  (Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) wurde mit der Koordination der Dekade beauftragt und gibt in einem Leitfaden (International Implementation Scheme, IIS) regionale, nationale und sub-nationale Handlungsempfehlungen.

Umsetzung in Deutschland und in NRW 2005-2014
In Deutschland ist für die Umsetzung der Dekade die deutsche UNESCO Kommission (DUK) mit Sitz in Bonn verantwortlich. Die Dekade steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Für die Vermittlung zwischen Initiatoren und Akteuren hat die DUK bereits 2004 ein Nationalkomitee aus Experten/innen aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur sowie Vertreter/innen des Deutschen Bundestages, der Bundesregierung und Kultusministerkonferenz einberufen. Akteure der Nachhaltigkeit wurden durch das Nationalkomitee jährlich zum Austausch am Runden Tisch eingeladen.

Die DUK und das Nationalkomitee verleihen für besonders vorbildliche Projekte auch die Auszeichnung „UN-Dekade Projekt“. 2007 wurde von der DUK, zur Förderung der öffentlichen Wahrnehmung und zur Vernetzung der Akteure, ein Online-BNE-Portal eingerichtet. Das Portal hält u.a. umfangreiches Hintergrundwissen zu BNE bereit, informiert über Neuigkeiten und Veranstaltungen und gibt einen Überblick über Lehrmaterialien, von der Kinder- bis zur Erwachsenenbildung und zu verschiedenen Themen (Biologische Vielfalt, Energie, Ernährung, Klima, Wasser usw.), teilweise mit der Möglichkeit zum kostenlosen Download.

BNE wird regional von den verschiedenen Landesregierungen unterstützt. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat zuletzt im Herbst 2012 eine Agentur “Bildung für nachhaltige Entwicklung” ins Leben gerufen, welche das seit 2008 für die UN-Dekade agierende “Forum Aktion Zukunft Lernen” ablöst, im  Ministerium für Klima, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MKULNV) angesiedelt ist und mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung (MSW), der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien sowie der Stiftung für Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) kooperiert. Die Agentur hat zur Aufgabe bis zum Ende der Dekade eine Landesstrategie für NRW zur nachhaltigen Verankerung und gezielten Umsetzung von BNE im Bildungsbereich zu erarbeiten.

In der Praxis wird in NRW die Kampagne “Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit” durchgeführt,  koordiniert von der “Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW” (NUA), angesiedelt im Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NRW (LANUV), und als Partner die Umwelt- und Naturschutzverbände BUND, Nabu, LNU und SDW.  Die NUA und die verschiedenen Verbände bieten in Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren, z. B. Vereinen, ein breites Spektrum an BNE-Angeboten für Schulen.

Zukunftsperspektiven für 2015
Was wird aus BNE nach Beendigung der UN-Dekade? Es bestehen erfreulicherweise internationale und nationale Bestrebungen sich für BNE weiter einzusetzen. Von Seiten der UNESCO wurde der Vorschlag unterbreitet, BNE im Rahmen eines Weltaktionsprogramms ab 2015 weiterzuführen und dadurch als festen Bestandteil in internationale und nationale Bildungs- und Entwicklungspolitik zu integrieren. Darüber beraten und entschieden wird zum Jahresende auf der UN-Generalkonferenz im japanischen Nagoya (10. bis 12. November 2014), welche den offiziellen Abschluss der UN-Dekade markiert.

In Deutschland treffen sich die BNE-Akteure ebenfalls zu abschließenden Veranstaltungen auf regionaler und nationaler Ebene, um über Ergebnisse des Dekadenzeitraums und Perspektiven ab 2015 zu reflektieren. Am 03. April 2014 findet für NRW die Veranstaltung „Vernetzt die Zukunft gestalten – gemeinsam mehr BNE in Schulen etablieren“ in Recklinghausen statt. In Bonn organisiert die DUK und das BMBF zurzeit eine abschließende nationale BNE-Konferenz (29.-30. September 2014).

To be cited as:
Nöske, N. (2014): Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) – Entstehung, Verlauf und Zukunftsperspektiven. Available from: BIO-Diverse_Blog, http://blog.bio-diverse.de/?p=755

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IPBES – La piattaforma intergovernativa sulla biodiversità e sui servizi degli ecosistemi

Per biodiversità si intende la diversità biologica all’interno delle specie, tra le specie e degli ecosistemi. La biodiversità è fondamentale non solo per l’uomo, al quale fornisce benefici ecologici, economici, sociali e culturali (per esempio sotto forma di disponibilità di cibo, medicine o per l’ispirazione artistica e per il benessere spirituale), ma anche per altri esseri viventi e, più in generale, per gli ecosistemi. La tutela della biodiversità è ritenuta prioritaria a livello internazionale e molti governi europei hanno da alcuni anni una strategia nazionale per la biodiversità. È stato riconosciuto da più parti che l’accessibilità ai dati scientifici sulla biodiversità è essenziale per capire lo stato attuale della diversità biologica, per identificare i possibili trends e le cause che ne determinano la perdita a livello mondiale e per proteggere e migliorare il suo stato.

A tal fine è stata istituita nel 2012 l’IPBES, la piattaforma intergovernativa sulla biodiversità e sui servizi degli ecosistemi (in inglese: Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services), con lo scopo principale di creare un’interfaccia indipendente tra scienza e politica. La piattaforma ha il compito di evidenziare e raccogliere problematiche importanti sulla biodiversità sia per la politica che per la società, di ricercare dati e informazioni riguardanti questi temi e di preparare, con metodi trasparenti, rapporti comprensibili e credibili per la politica. Inoltre, ha la funzione di facilitare il dialogo tra comunità scientifica, governi e altri portatori di interessi (stakeholder). Per la piattaforma non sono solo rilevanti le conoscenze derivanti da ricerche scientifiche, ma anche quelle generate e conservate da governi e organizzazioni non governative, da comunità locali e da popolazioni indigene a livello mondiale.

I compiti principali dell’IPBES possono essere riassunti come segue:

  • identificazione, revisione, selezione e sintesi delle informazioni scientifiche più adatte alla soluzione delle problematiche poste dalla politica;
  • stesura di rapporti regionali e globali sullo stato della biodiversità e dei servizi ecosistemici, su richiesta dei singoli governi o di convenzioni multilaterali sull’ambiente (CBD, CITES, CMS etc.), e in alcuni casi anche di altri portatori di interesse;
  • fornire metodologie e strumenti a supporto delle decisioni politiche e di attuazione operativa delle azioni di tutela della biodiversità;
  • identificazione di priorità nell’ambito della formazione e dello sviluppo di competenze e supporto nell’attuazione di essenziali misure di formazione.

Attualmente aderiscono all’IPBES 116 stati membri appartenenti ai diversi continenti e la piattaforma è supportata economicamente dagli stati membri tramite finanziamenti volontari. L’Italia non è ancora membro del consiglio, nonostante ospiti un’elevata biodiversità,  abbia assunto impegni a livello internazionale con la ratifica della Convenzione per la Diversità Biologica (CBD, Rio de Janeiro 1992) e sia dotata dal 2010 di una Strategia Nazionale per la Biodiversità.

La piattaforma IPBES è rappresenta dai seguenti organismi: l’assemblea plenaria (Plenary) e una segreteria con sede a Bonn (Germania). L’assemblea plenaria è costituita da rappresentanti dei diversi stati membri, ha funzioni decisionali e stabilisce la priorità dei temi o delle richieste da analizzare, regola la spartizione delle risorse finanziarie e delibera sulla formazione degli altri organismi. Questa è divisa a sua volta in un “Bureau“, composto da 10 membri e presieduto attualmente dal Professor Zakri Adbul Hamid  (Malesia) e un pannello multidisciplinare di esperti (Multidisciplinary Expert Panel, MEP), formato da 25 esperti (5 per ognuna delle 5 regioni delle Nazioni Unite) e avente la funzione di garantire la qualità del lavoro scientifico condotto da IPBES e dei rapporti elaborati. La segreteria svolge invece funzioni amministrative.

IPBES ha iniziato da poco le sue funzioni elaborando e approvando diversi documenti, tra cui la strategia di coinvolgimento dei portatori di interesse (Stakeholder Engagement Strategy), il programma di lavoro per i prossimi anni (IPBES Work Programme 2014-2018) e un catalogo di potenziali valutazioni da condurre a livello mondiale (Catalogue of Assessments on Biodiversity and Ecosystem Services). L’assemblea plenaria si è riunita nel 2013 in due sessioni. L’ultima si è tenuta in dicembre ad Antalya (Turchia) e un rapporto dell’incontro è disponibile in internet.

La piattaforma IPBES assumerà in futuro un ruolo sempre più importante nell’intermediazione tra scienza e politica.

 

Riferimenti bibliografici:

IPBES, Sito Internet. http://www.ipbes.net/

Nefo (Netwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland), Sito Internet e Documenti su IPBES. http://www.biodiversity.de

 

To be cited as:

Zedda, L. (2014): IPBES – La piattaforma intergovernativa sulla biodiversità e sui servizi degli ecosistemi. Available from: BIO-Diverse_Blog, http://blog.bio-diverse.de/?p=7146

 

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Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland

Die deutsche Bundesregierung hat 2007 die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) verabschiedet. Umgesetzt wird diese federführend vom Bundesumweltministerium (BMU). Seit Anfang 2011 wird die Umsetzung der NBS zudem durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Die NBS ist eine verpflichtende Strategie für mindestens vier Legislaturperioden und findet auch in anderen Ressorts Niederschlag.

Der Schutz der Biodiversität ist eine Querschnittsaufgabe und umfasst den öffentlichen bis privaten Sektor. Dies wird auch von der deutschen Bundesregierung anerkannt: Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) ist eine übergreifende Strategie, die das gesamte Regierungshandeln betreffen soll. So wurden zusätzlich sektorale Strategien entwickelt (z.B. eine Klimastrategie und eine Nationale Meeresstrategie), mit dem Ziel, die NBS für einzelne Themenschwerpunkte zu ergänzen und zu unterstützen.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) hat 2007 als Ergänzung der NBS zusätzlich eine Agrobiodiversitätsstrategie veröffentlicht. Außerdem haben das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und auch das Bundesforschungsministerium (BMBF) Sektorkonzepte, die in diesem Kontext zu nennen sind. Die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist auch ein Ziel der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie (NHS). Die NBS knüpft an die EU-Biodiversitätsstrategie und an das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt der Vereinten Nationen (Convention on Biological Diversity, CBD) an.

Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) – Ein Überblick

Unterschiedliche biodiversitätsrelevante Themenbereiche werden in der NBS in Form von „konkreten Visionen“  als Ziel für die Zukunft dargestellt. Oberstes Ziel ist der Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt.  Schutz der biologischen Vielfalt bedeutet dabei der Schutz der Artenvielfalt, der Vielfalt der Lebensräume und der genetischen Vielfalt.

Die Nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt verfolgt das Ziel der Verbindung von Schutz und Nutzung. Wirtschaftliche Aktivitäten (etwa Landwirtschaft, Bodennutzung, Rohstoffabbau und Energiegewinnung) sollen einen zunehmenden Beitrag für die Erhaltung der biologischen Vielfalt leisten.

Eine große Rolle spielen in der Strategie auch Umwelteinflüsse wie Luft-, Wasser- und Bodenqualität. Ein wichtiges Ziel der NBS ist es deswegen, Belastungswerte einzuhalten um so  empfindliche Arten und Ökosysteme zu schützen. Außerdem wird eine Reduktion der Emissionen bis 2020 angestrebt, um die Einflüsse der Klimaveränderungen zu begrenzen.

Internationale Konventionen, wie etwa zu genetischen Ressourcen  (CBD und ITPGRFA) sollen angewendet  werden.

Die NBS zielt auch auf die Verankerung  der Bedeutung der biologischen Vielfalt im gesellschaftlichen Bewusstsein.  Nur so können Aktivitäten zur Erhaltung der biologischen Vielfalt  die nötige Unterstützung aus der Gesellschaft heraus bekommen.

Anhand von Qualitäts- und Handlungszielen (in 16 sogenannten “Aktionsfeldern”) werden die Visionen auf das gesellschaftliche und politische Handeln heruntergebrochen. Die Handlungsziele umfassen jeweils konkrete, quantifizierbare Maßnahmen und wurden in Anlehnung an die EU-Biodiversitätsstrategie ausgewählt. Die Aktionsfelder sind als dynamisch anzusehen und werden ständig weiterentwickelt. Als Beispiele wären etwa “Biotopverbund und Schutzgebietsnetze”,  “Siedlung und Verkehr” oder “Biodiversität und Klimawandel” zu nennen.

Die Umsetzung der NBS wird seit 2007 von verschiedenen Programmen unterstützt. Die Verwirklichung der Ziele und Maßnahmen ist eine Aufgabe aller staatlichen und nicht-staatlichen Akteure Deutschlands (BfN). Es werden u.a. jährlich Nationale und Regionale Foren  zur biologischen Vielfalt organisiert.

Seit Anfang 2011 unterstützt zudem das Bundesprogramm Biologische Vielfalt die Umsetzung der NBS mit einem Fördervolumen von 15 Millionen Euro jährlich. Die Förderschwerpunkte liegen dabei auf den folgenden Themen: 1. Den sogenannten “Verantwortungsarten“, also Arten, für die Deutschland besondere Verantwortung aufgrund ihres ausschließlichen oder überwiegenden Vorkommens im Bundesgebiet trägt, 2. Den deutschen “Hotspots der biologischen Vielfalt” mit einer besonders hohen Dichte und Vielfalt charakteristischer Arten, Populationen und Lebensräumen, 3. Der Sicherung von Ökosystemdienstleistungen, etwa zur Bereitstellung von Wasser, Nahrungsmitteln oder fruchtbarem Boden, 4. Weitere Maßnahmen mit besonderer Bedeutung für die NBS, z.B. Projekten zur Wiedervernetzung von Landschaften oder zu Kommunikation und Bildung.

Ausblick


Positiv hervorzuheben ist an der NBS das Bewusstsein für die Bedeutung von Berichterstattung, Indikatoren und Monitoring. Es gibt Instrumente zur Erfolgskontrolle des Programms. Der Grad der Ausarbeitung und der Nachjustierung der Strategie anhand dieser Instrumente ist wesentlich für deren Erfolg. Die Bundesregierung legt in diesem Zusammenhang einmal pro Legislaturperiode einen Bericht vor. In dem diesjährigen Rechenschaftsbericht zur Umsetzung der NBS beurteilt das BMU die bisherige Umsetzung als nur zum Teil ausreichend:
“Aussagekräftiger für die Gesamtbilanz ist der Blick auf die aktuelle Fortschreibung des Indikatorensets der Strategie. Er zeigt ein gemischtes Bild. Für die meisten Indikatoren, bei denen der Zielerreichungsgrad angegeben werden kann, liegen die Werte noch weit oder sehr weit vom Zielbereich entfernt.”

Weiter heißt es, dass aber die Trendanalyse des Indikatorensets ein überwiegend positives Bild ergebe. Das bedeute, dass die richtige Richtung eingeschlagen sei, wenn es auch noch ein weiter Weg zur Erreichung der Ziele sei.

Bei einigen Tier- und Pflanzenarten (z.B. Fischotter, Kranich, Enzian- und Orchideenarten) gäbe es jedoch auch eine positive Entwicklung zu beobachten. Auch konnten weitere Schutzgebiete (u.a. im Kontext des NATURA 2000-Netzwerks) in Deutschland ausgewiesen werden. Die NBS und ihre Umsetzung bilden eine gute Ausgangslage für den deutschen Beitrag zur Erreichung der EU-Biodiversitätsziele (BMU).

To be cited as:
Diercks, S. (2013)  Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt. Available from: BIO-Diverse_Blog, http://blog.bio-diverse.de/?p=689

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Die Biodiversitätsstrategie der EU 2011-2020 – ein Überblick

Die EU-Biodiversitätsstrategie bis 2020 stellt die europäische Umsetzung des “Strategic Plan for Biodiversity 2011-2020″ der Vereinten Nationen dar. Die EU will so ihre Verpflichtungen als Unterzeichnerin des UN-Übereinkommens zur biologischen Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) erfüllen. Das zuletzt 2002 gesteckte Ziel der internationalen Staatengemeinschaft, den Biodiversitätsverlust weltweit bis 2010 zu stoppen, wurde nicht erreicht.

Mit der EU-Biodiversitätsstrategie soll der Verlust an biologischer Vielfalt und die Verschlechterung der Ökosystemdienstleistungen in der EU gestoppt werden. Nach Möglichkeit soll bereits zerstörtes Naturkapital wiederhergestellt werden. Gleichzeitig will die EU einen erhöhten Beitrag zur weltweiten Verringerung des Verlustes Biologischer Vielfalt leisten.

Die Strategie besteht aus sechs Hauptzielen:

1. Ziel ist die vollständige Umsetzung der Habitat- und der Vogelschutz-Richtlinie in Verbindung mit dem Aufbau des NATURA 2000-Netzwerks. Dieses schützt die in der EU natürlich vorkommenden Arten und ihre Lebensräume. Lediglich 17 % der im Rahmen der Habitat-Richtlinie geschützten Lebensraumtypen und Arten in der EU weisen einen günstigen Erhaltungszustand auf, bei den Vogelarten sind es immerhin 52%.

2. Ziel ist die Erhaltung und Verbesserung von Ökosystemen und ihrer Dienstleistungen gemäß der CBD und der Studie The Economics of Ecosystems and Biodiversity  (TEEB-Studie). Im Rahmen der CBD wurde 2010 beschlossen, weltweit mindestens 15 % der zerstörten Ökosysteme wiederherzustellen (Strategic goal D/ Target 15). Die Bedeutung und den ökonomischen Wert von Ökosystemdienstleistungen, z.B. durch das Bereitstellen von sauberem Wasser, sauberer Luft oder Nahrungsmitteln,  hat die TEEB-Studie zuletzt 2010 deutlich gemacht.

3. Ziel ist die Erhöhung des Beitrags der Land- und Forstwirtschaft zum Erhalt der Biodiversität, wie ebenfalls im Strategic Plan for Biodiversity 2011-2020 der Vereinten Nationen (Strategic goal B/ Target 7) festgelegt. Während die Landwirtschaft in der EU etwa 40% der Fläche ausmacht, sind es bei der Forstwirtschaft sogar 42,4% (Eurostat 2013: 190). Die ehemals sehr vielfältigen Kulturlandschaften sind zunehmend bedroht, die damit verbundenen Arten, wie z.B. Feldvögelpopulationen oder Feldschmetterlinge gehen drastisch zurück. In diesem Zusammenhang wurde der Biodiversitätsschutz auch stärker in der aktuellen Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union berücksichtigt (s. Die GAP-Reform 2011 – 2014 in Hinsicht auf die Biodiversität).

4. Ziel ist die Sicherstellung der nachhaltigen Nutzung von Fischereiressourcen. Denn die meisten kommerziell genutzten Fischbestände erschöpfen sich zunehmend. Die Ökosysteme der Meere sind insgesamt bedroht. 88% der europäischen Fischbestände sind derzeit überfischt oder stark abgefischt (EC 2013). Die Fangquoten sollen bis 2015 auf wissenschaftlich festgelegte Höchstgrenzen gesenkt werden. Diese orientieren sie sich an dem Maximum Sustainable Yield (MSY) und an der Ökosystemverträglichkeit. Außerdem sollen Rückwürfe unerwünschten Beifangs schrittweise eliminiert werden.

5. Ziel ist die Bekämpfung schädlicher invasiver gebietsfremder Arten (IGA). Ökosysteme werden durch die Verdrängung einheimischer Arten geschädigt und aus dem Gleichgewicht gebracht.

6. Ziel ist die Intensivierung der Maßnahmen zur Bewältigung der globalen Biodiversitätskrise. Die EU will ihre finanziellen Verpflichtungen u.a. aus dem  Nagoya-Protokoll der CBD einhalten. Außerdem will Europa seinen “Biodiversitätsfußabdruck” (in Analogie zum ökologischen Fußabdruck) als weltgrößte Handelsmacht der Welt verkleinern. Dabei soll stärker über die Verantwortung nachgedacht werden, die durch die Ausbeutung biologischer Vielfalt in anderen Erdteilen für den Importbedarf der Europäer entsteht (z.B. durch Kaffee, Holz, Palmöl). Entwicklungsländer sollen stärker bei ihren Bemühungen um den Schutz der Biodiversität und die Sicherung ihrer nachhaltigen Nutzung unterstützt werden.

Fazit
Seitens der Wissenschaft bezog das Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (Nefo) eindeutig Stellung: Zum Einen würden in der EU-Strategie nur sechs der eigentlich 20 Nagoya-Ziele der CBD umgesetzt. Zudem werde die Wirtschaft in der Strategie nicht ausreichend in die Pflicht genommen. Den Bezug zur Wirtschaft als einem wesentlichen Treiber des Biodiversitätsverlustes stelle die EU-Strategie nur unzureichend her und beschränke sich dabei auf Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei.  Andere Wirtschaftssektoren von Energiewirtschaft über Verkehr und Chemie würden trotz ihres entscheidenden Einflusses auf die natürlichen Ressourcen nicht erwähnt.

To be cited as:
Diercks, S. (2013) Die Biodiversitätsstrategie der EU 2011-2020 – ein Überblick . Available from: BIO-Diverse_Blog, http://blog.bio-diverse.de/?p=624

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2. Nationales Forum zu IPBES, vom 06.-07.11.2013 in Bonn

Zum zweiten Mal fand in Bonn ein von NeFo (Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland) organisiertes Nationales Forum zu IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, auch „Biodiversitätsrat“ genannt), im Auftrag des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und des Bundesumweltministeriums (BMU), statt. Teilgenommen haben Experten aus der Wissenschaft, Vertreter verschiedener Forschungsinstitutionen, von NGOs, Unternehmen (u.a. auch BIO-Diverse) und andere Interessierte, um sich über die aktuellen Entwicklungen von IPBES zu informieren und gemeinsam zu diskutieren.

Der Biodiversitätsrat nimmt immer mehr Form an. Auf der zweiten Vollversammlung von IPBES (IPBES-2), welche in Antalya in der Türkei vom 9-14. Dezember 2013 stattfinden wird, werden verschiedene Papiere (IPBES-2 Working documents) verhandelt. Diese sind u.a.:

  • das erste IPBES-Arbeitsprogramm für den Zeitraum 2014-2018
  • das konzeptionelle Rahmenwerk von IPBES (Conceptual Framework)
  • die Stakeholder-Engagement Strategie
  • die Regeln für die Anfertigung und Verabschiedung von IPBES-Produkten
  • die zukünftigen Prozeduren für die Auswahl der Mitglieder des wissenschaftlichen Gremiums (Multidisciplinary Expert Panel, MEP)

Das  2. Nationale Forum hat sich vor einer Woche in Bonn speziell mit dem Entwurf für das erste IPBES-Arbeitsprogramm 2014-2018 befasst, mit dem Ziel Vorschläge zu erarbeiten, die direkt in die Diskussionen bei den Verhandlungen in Antalya durch deutsche Vertreter einfließen könnten. Einer von vier Arbeitsbereichen von IPBES sind die sog. “Assessments”, d.h. die Erarbeitung globaler und regionaler Berichte zum Kenntnisstand von Biodiversität und Ökosystemleistungen, die auf Anfragen von Regierungen der momentan 114 Mitgliedsstaaten antworten (Quelle: NeFo). Potentielle Assessment-Themen, die im globalen Zusammenhang als prioritär eingeschätzt werden (sog. Scoping Prozess von IPBES, in welchem die Ziel-, Aufgaben- und Problembestimmung erfolgt, siehe Scoping documents), wurden von den Teilnehmern des 2. Nationalen Forums in Kleingruppen diskutiert und die Scoping Papiere kommentiert zu :

  • Bestäubung und Nahrungsmittelsicherheit
  • Landdegradation und Restauration
  • Szenarien und Modelle für Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen
  • Werten, Bewertungen und Bilanzierung von Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen.

Deutsche Experten für die spezifischen Themen, die potentiell an den Assessments arbeiten könnten, werden in den nächsten Wochen mit Unterstützung der Forumsteilnehmer identifiziert und IPBES vorgeschlagen.

To be cited as:
Nöske, N. & Zedda, L. (2013): 2. Nationales Forum zu IPBES, vom 06.-07.11.2013 in Bonn. Available from: BIO-Diverse_Blog, http://blog.bio-diverse.de/?p=586

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